Ginseng das Lebenselixier

Vitalität und Gesundheit bis ins hohe Alter

Beschreibung des amerikanischen Ginseng

Stammpflanze: Panax Quinquefolium (LINN.)
Familie: N.O. Araliaceae

Namen
Ginseng, Aralia quinquefolia, Rote Beere, Männerheil, Menschenwurzel, Lebenswurzel, Lebensverlängerungswurzel, Kraftwurzel, Weißer Ginseng; Englisch: Man plant, Chinese physic, ginseng root, tartar root, five leaf,

Verwendete Teile
Wurzel.

Verbreitung
Ginseng wird im allgemeinen als asiatischer oder chinesischer Ginseng bezeichnet. Ihr Ursprung ist die Manschurai, die schattigen Gebiergswälder Chinas und andere Teile Ostasiens. Die Ginsengwurzel wird besonderst in Nordchina, Korea und Japan angebaut.
Panax, ist vom griechischen Pankos (panacea) abgeleitet. Von den Chinesen ist sie als Wundermittel beschrieben, das gegen fast alle Krankheiten einsetzt wird. Nur der Kaiser war berechtigt die Ginsengwurzel zu sammeln. Es wurde lange geglaubt, das Ginseng seinen Ursprung in China hatte, aber jetzt weiß man, dass die Wurzel auch ein einheimisches Gewächs Nordamerikas ist. Im Jahre 1704 führte Sarrasin einige Exemplare in Paris ein.

Das Wort Ginseng bedeutet "das Wunder der Welt".

Wilder Ginseng (Panax Quinquefolium) wächst im nährstoffreichen Boden schattiger Wälder vom östlichen bis zentralen Nordamerika, Quebec, Ontario und südlich bis Georgia. Die Wurzel wurde von den nordamerikanischen Indianer als Medizin genutzt.

Beschreibung
Sie ist eine etwa 50-60 cm hohe, weiche Staudenpflanze mit langen, fleischigen, sehr langsam wachsenden Wurzeln (ungefähr 4-10 cm lang und 1-2 cm dick, grössen können variieren.
Der mit vielen Ringen umgebene Hauptteil ist zylinder- bis wellenförnig, deutlich vom Wurzelhals abgesetzt und mit zahlreichen Nebenwurzeln versehen. Die Farbe variiert vom blassen Gelb bis Hellbraun. Sie hat eine aromatische, lakritzähnliche etwas bittere Süsse und wenig bis kein Geruch. Der Stengel ist einfach und aufrecht an dem sich drei gefiederte Blätter entfalten. Aus der Dolde, entstehen mehrere kleine gelbliche Blüten (männliche und zwittrige), die sich zu einer beerenartigen Frucht entwickeln.

Die Pflanze wurde von dem Botaniker Collison im Jahre 1740 in England eingeführt.

Die wundersame Ginsengwurzel wird von den chinesischen Ärzten hochgeschätzt, welche sie als wichtige und notwendige Medizin gegen Schwächezustände und allgemeine Altersbeschwerden verordnen. Die getrocknete Wurzel wird gekaut, sowohl von Kranken, um deren Gesundheit wieder zu erlangen, als auch von Gesunden um das Immunsystem zu stärken. Ginseng wird sehr erfolgreich gegen körperliche und geistige Erschöpfungszustände, Lungenkrankheiten und zum auflösen von Tumoren eingesetzt. Die Wurzel verspricht ein langes, gesundes Leben bis in hohe Alter.

Wegen ihrer menschenähnlichen Form wird die Wurzel von den Chinesen Jin-chen ' "Wie ein Mensch" genannt. Der indianische Name garantoquen bedeutet das selbe.

Um die überaus große Nachfrage der Wurzel in China abzudecken, wandte man sich der amerikanischen Spezies Panax Quinquefolia zu. Im Jahre 1718 begannen die kanadischen Jesuiten die Wurzel nach China auszuführen, mit enormen Gewinn. 1748 lag der Preis der Wurzel bei 1 Dollar pro Pfund in Amerika und etwa fünf in China.
Auch als die Preise danach schwankten, war die amerikanische Ginsengwurzel bei den chinesischen Händlern sehr begehrt und wird auch heute noch für einen hohen Preis nach China exportiert.

Der amerikanische Konsul in Amoy hat festgestellt, dass es möglich wäre amerikanischen Ginseng, jährlich im Wert von 20 Millionen Dollar in China zu vermarkten, wenn Ginseng in diesen Mengen erhältlich wäre. Aber das Wildvorkommen ist durch intensives Sammeln sehr stark zurückgegangen oder erloschen.

Anbau und Pflege von amerikanischen Ginseng

Ginseng im Garten Ginseng ist nicht leicht zu kultivieren. Die Pflanze benätigt neben dem perfekten Standort, auch viel Zeit und Geduld und ist am wirksamsten (hohe Anteile an Ginsenoside), wenn sie mindestens 5-10 Jahre wächst bevor man sie ausgräbt. Nur ein engagierter Gärtner entscheidet sich für den Anbau von Ginseng.

In Asien seit langem als "König der Heilpflanzen" bekannt, kann die exotische Ginsengpflanze jetzt auch in unseren Gärten und Terassen bewundert werden. Besonderst in voller Blüte und in Gruppen gesetzt, verwandelt die attraktive Pflanze einen langweiligen Schattenplatz in einen mystischen Ort mit orientalischem Flair.
Ginseng erfolgreich anzubauen, ist mehr als nur ein Hobby. Es ist das Erwecken des Glaubens an die Natur, welche die uneingeschränkte Kraft besitzt uns zu heilen und uns gesund zu erhalten.

Bodenbeschaffenheit und Standort
Erfolgreicher Anbau ist unumgänglich mit dem perfekten Standort verbunden. Wilder Ginseng z.b. wächst in kühlen feuchten Wälder mit nährstoffreichen gut durchlässigem Erdreich, meist auf einer nördlich ausgerichteten Bergseiten mit darunter fließenden Bächen und mindestens 75% - 80% Schatten.
Obwohl Ginseng nur unter ganz bestimmten Bedinungen wächst, kann dennoch ein geeigneter Platz im Garten gefunden werden. Wichtig ist vor allem hier die Bodenbeschaffenheit. Ginseng wächst am besten in gut durchlässigem Boden, mit Kalzium und Phosphor angereichert und einem pH-Wert von 5,0 bis 6,5. An Plätzen an denen Schattenkräuter und Farne gedeihen fühlt sich Ginseng wohl. Lehmiger nasser Boden sollte vermieden werden.

Aufzucht und Pflege

Aufzucht mit vorgekeimten Samen (stratified seeds)

Bei der "wild simulierten" Anbaumethode werden vorgekeimte Ginseng Samen, im Herbst, nachdem die Bäume ihre Blätter verloren haben, eingepflanzt. Manchmal ist es notwendig Unterholz und Gestrüpp zu entfernen.
Wenn der ausgewählte Standort schattig genug ist muss nicht mit konkurrierendem Unkraut gerechnet werden. Um Pilzkrankheiten vorzubeugen sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzstelle so wenig wie möglich aufgewühlt wird.
Es wird empfohlen, nur vorgekeimte Samen zu verwenden. Frische Ginsengsamen brauchen 18 Monate bis sie keimen. Die äberlebensrate der vorgekeimten Samen ist daher viel grösser. Man braucht etwa 500 Samen auf 80-100 qm Fläche.

Zuerst sollte man vorsichtig die Blätter vom Waldboden auf die Seite ziehen. Mit der Hacke werden dann, im Abstand von 1 Meter, 3 Furchen gezogen. Die Samen werden im Abstand von 5 cm in die Furchen gelegt, mit 2-3 cm Erde bedecken und dann mit den Füssen vorsichtig angedrücken. Um die frische Saat zu schätzen sollte die Pflanzstelle wieder mit Blätter, als Mulch, bedeckt werden.
Im Frühjahr erscheinen kleine Pflanzen mit 3 erdbeerähnlichen Blättern, auf einem etwa 2 cm hohen Stengel.
In den nächsten 7 Jahren wird die Population der Pflanzen durch verschiedene Naturgewalten, Nagetiere und Pilzkrankheiten vermindert. Was dann übrig bleibt ist eine dünne aber gesunde Anzahl Ginsengpflanzen.
Nun sollten die Pflanzen sich selbst überlassen werden, künstlicher Dünger und pestiziede sind absolut zu vermeiden. Stressvollen Bedingungen wie der tägliche Kampf um Wasser, Nahrung und Platz lässt in den nächsten Jahre eine Wurzel heranwachsen die in Form, Charakter und Heilkraft der einer wilden Art gleicht.

Anbaumethode mit jungen Wurzeln

Die Ginsengwurzel kann im Frühling (März bis April, bevor der Trieb einsetzt), oder im Herbst (nachdem die Beeren abgefallen sind), umgepflanzt werden. Die Wurzeln sind empfindlich und sollten während des Ein- oder Umpflanzens Vorsichtig behandelt werden.

Die Wirkstoffe im Ginseng

Ginseng enthält ungefähr 30 verschiedene Wirkstoffe. Für die heilenden Eigenschaften sind die Ginsenoside verantwortlich. Sie zählen zu den aktiven Hauptwirkstoffen und geben Ginseng seinen medizinischen Wert. Der Gehalt an Ginsenoside kann je nach Art und Herkunft variieren. Panax Quinquelolius (amerikanischer Ginseng) enthält nachweislich mehr Ginsenoside als sein naher Verwandter Panax Ginseng (asiatischer Ginseng). Aus Studien geht hervor, dass der Gehalt an Ginsenoside in koreanischen oder chinesischen roten Ginseng durchschnittliche bei etwa 4% liegt, beim kultivierten amerikanischen Ginseng bei etwa 9% und beim wild-simulierten amerikanischen zwischen
13% - 20%.

Amerikanischer Ginseng unterscheidet sich wesentlich durch seinen hohen Wirkstoffgehalt vom Panax ginseng (koreanischer u. chinesischer Ginseng) and Eleuthero (sibirischer Ginseng).

Er ist Unverwechselbar!

Im Allgemeinen hat Ginseng die bedeutende Eigenschaft, das es als Adaptogen, ohne Nebenwirkungen, heilend und vorbeugend auf viele Krankheiten wirkt. Der Begriff "Adaptogen" beschreibt die Förderung der Anpassung des Körpers an verschiedene Stressfaktoren körperlicher und seelischer Art.

Umfangreiche Studien wurden bisher nur an Panax Ginseng vorgenommen. Dennoch ergaben kleinere wissenschaftliche Untersuchungen, dass bei Abgabe von amerikanischem Ginseng, eine deutlich blutzuckersenkende Wirkung in Patienten mit Typ2 Diabetes stattfand. Außerdem haben Test gezeigt, dass amerikanischer Ginseng die Nervenzellen vor Schäden schätzt die durch Sauerstoffmangel entstehen. Für Menschen die schlaganfallgefährdet sind, könnte dieser Effekt eine vorbeugende Hilfe sein.

In anderen Studien wurde festgestellt, dass amerikanischer Ginseng östrogenähnlich Wirkstoffe besitzt, welche den Hormonhaushalt im Körper normaliesieren und verschiedene Krebszellarten in Brustkrebs bekämpfen können.

Weitere Inhaltsstoffe die in Ginseng gefunden wurden sind die Polysaccharide und Polyacetylene (u. a. Panaxynol). Außerdem enthalten sind wenig ätherisches Öl (ca. 0,05 %), welches überwiegend aus Monoterpenen zusammengesetzt ist, und phenolische Verbindungen.

Medizinische Anwendung von Ginseng

Die Ginsengwurzel wikt als Adaptogen (die Förderung der Anpassung des Körpers an verschiedene Stressfaktoren körperlicher und seelischer Art), Panazea (vorbeugendes Allheilmittel), Magenbitter. Es ist herzanregend (Kardioton), lindernd, sedative, stimulierend und tonisierend.
Hauptwirkstoffe sind die Ginsenoside, welche den Effekt haben, wie körpereigene Stresshormone zu wirken. Dadurch hat Ginseng unter anderem die beeindruckende Eigenschaft, den Körper an mentalen und emotionalen Stress, Erschöpfung, Hizte, Kälte, und sogar Hunger anzupassen. Diese Tatsache ist bewiesen und dokumentiert!
Über einen längeren Zeitraum eingenommen, steigert Ginseng die mentale und körperliche Leistung. Es wirkt sowohl stimulierend als auch beruhigend auf das Nervensystem, fördert die Hormonauschüttung, stärkt das Immunsystem, senkt Blutzucker und hohe Cholesterolwerte.

Ginseng wird Erfolgreich in der Behandlung bei alterbedingten Beschwerden, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Stress, Schock und chronische Krankheiten eingesetzt. Der regelmäßige Gebrauch von Ginseng unterstützt die Leberfuntionen, stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte und macht den Körper resistent gegen Infektionskrankeiten.

Ginseng wird in Ostasien seit Jahrtausenden zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit, zur Steigerung der Abwehrfähigkeit des Organismus und zur Vorbeugung des Alterns eingesetzt und ist allgemein als bedeutungsvollste Arzneipflanze des ostasiatischen Raums einzuschätzen. Demzufolge wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten unzählige pharmakologische Untersuchungen durchgeführt, in denen diese häufig auch unter dem simplen Oberbegriff der "tonisierenden Wirkung" zusammengefassten Effekte nachgewiesen und zum Teil auch den einzelnen Inhaltsstoffen der Droge zugeordnet wurden..

Als Tonikum zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächegefühl, nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, Impotenz und Unfruchtbarkeit der Frau..

Zubereitung und Dosierung von Ginseng

Ginseng-Tee, -Pulver, -Wurzeln und -Wein
Es wird empfohlen eine Tagesdosis von 1 bis 2 g Ginsengpulver zu verwenden. Es existieren aber auch Angaben, dass bei ernsthaften Krankheiten eine tägliche Einnahme von 3 bis 9 g genannt wird. Die Angaben zur Dauer der Anwendung sind nicht einheitlich. Entsprechend der Monographie der Kommission E beträgt die Anwendungsdauer in der Regel bis zu 3 Monate. Ferner wird die erneute Anwendung als möglich erachtet. Entsprechend der Verwendung von Ginseng in den Ursprungsländern erscheint jedoch eine monate- bis jahrelange Anwendung empfehlenswert.

Zur Teebereitung wird 1/4 - 1/2 Teelöffel Ginsengpulver mit kochendem Wasser übergossen, oder in heissen Tee gemischt. Das Ginsengpulver kann auch in Speisen, wie z. B. Müsli gestreut werden.
Die Einnahme sollte täglich ein- bis dreimal erfolgen.

Nebenwirkungen
Keine bekannt

Ginseng ist nicht gleich Ginseng !

Es gibt 2 verschiedene Ginsengarten:
  1. Amerikanischer Ginseng (Panax Quinquefolium)
  2. Asiatischer Ginseng (Panax Ginseng)
Sibirischer Ginseng oder Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) gehört nicht zur Klasse "Panax" und ist somit kein Ginseng. Laut der gesetzliche Verordung der amerikanischen FDA (Food an Drud Administration) vom 13. Mai 2002, dürfen nur solche Produkte mit dem Wort "Ginseng" bezeichnet werden, die eindeutig zur Klasse (Genus) "Panax" gehören.
Obwohl alle 3 Arten derselben Familie (Araliengewächse) angehören, ist die Bezeichnung "sibirischer Ginseng" falsch und irreführend.

Ob koreanischer, chinesischer oder amerikanischer Ginseng, es spielt keine Rolle für welche Ginsengsorte Sie sich entscheiden. Wichtig ist einzig und allein die Qualität der Wurzel.
Qualität und wahre Heilkraft der Wurzel hängen von diesen Faktoren ab:

  1. Anbau
  2. Ernte
  3. Verarbeitung
Im Allgemeinen gilt:

Je älter die Wurzel desto heilkräftiger ist sie. Wilder Ginseng enthält höhere Anteile, an Ginsenoside und Nährstoffe, als die kultivierter Art.
Für eine hochwertige Qualität ist Herkunft, Klima und Wachstum entscheident.

Anbaumethoden / Herkunft:

Eine gute Qualität (ähnlich einer wilden Wurzel) kann nur erzeugt werden, wenn der Ginseng unter absolut den selben Bedinungen wächst, wie die wilde Art und außerdem für mindestens 8-10 Jahre im Boden bleibt.
Der wild-simulierte Ginseng wächst im täglichen Kampf, gegen Ungeziefer und Krankheit, für Nahrung und Platz. Ohne die Unterstüztung von Dünger und Pestizieden ist er 8-10 Jahren sich selbst überlassen. Diese harten Konditionen geben der Wurzel ihre Form und ihren Karakter und vor allem ihre tiefen ausgeprägten Wachtumsringe. Das ist ohne Zweifel ein großer Unterschied zu den langen, glatten Wurzeln der kultivierten Art. Diese wachsen unter künstlichen Schattendächern und werden mit Dünger und Pestizieden versorgt um schnelles Wachstum zu erzwingen. Kultivierter Ginseng wird meistenst nach 3-4 Jahre geerntet.

Wenn die Ginsengwurzel ihre besondere Heilkraft nur durch langsames wachsen in artgerechter Umgebung und durch optimale Nährstoffaufnahme tief aus dem Waldboden erlangt, dann ist mit aller Wahrscheinlichkeit die Heilkraft des kultiviertem Ginsengs reduziert.

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