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Moderne Phytopharmaka | Pflanzenextrakte | Heilpflanzenforschung | Artischocke | Echter Baldrian | Gelber Enzian | Ginkgo biloba | Gemeiner Hopfen | Johanniskraut | Echte Kamille | Kava-Kava | Knoblauch | Melisse | Nachtkerze | Roßkastanie | Sägepalme | Sonnenhut | Spitzwegerich | Echter Thymian | Traubensilberkerze
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Moderne Phytopharmaka

Das allgemeine Interesse an pflanzlichen Arzneimitteln ist groß. Die Bedeutung der meist nebenwirkungsarmen ,,Phytopharmaka" nimmt ständig zu. Das rasch anwachsende Wissen um Wirkungen und Inhaltsstoffe vieler Heilpflanzen als Ergebnis intensiver wissenschaftlicher Forschung in Universität, Industrie und Klinik trägt stark zum anerkannten Stellenwert vieler Phytopharmaka bei.
Die moderne, schulmedizinisch geprägte Phytotherapie unterscheidet sich grundlegend von ,,alternativen Behandlungsmethoden", wie Homäopathie oder Bachblütentherapie.
H?ufig wird der Begriff ,,Phytopharmakon" allgemein für ,,pflanzliches Arzneimittel" eingesetzt. Von ,,chemischen Arzneimitteln" unterscheiden sich Phytopharmaka im wesentlichen dadurch, dass sie als Wirkstoff eine pflanzliche Zubereitung anstelle definierter chemisch-synthetischer Substanzen enthalten. Ein ,,Phytopharmakon im engeren Sinne" zeichnet sich dadurch aus, dass seine Wirkung experimentell geprüft und
seine therapeutische Wirksamkeit in klinischen Studien und durch ärztliches Erfahrungswissen nachgewiesen ist. Es wird in Form üblicher Zubereitungen, wie Tabletten, Dragees, Kapseln oder Tropfen, eingesetzt.
Arzneimittel, die einzelne, aus Pflanzen isolierte Wirkstoffe enthalten, gelten nicht als ,,Phytopharmaka", da ihnen die natürlichen Begleitstoffe die an der Gesamtwirkung beteiligt sind, fehlen.
In der modernen Phytotherapie kommen vornehmlich ausreichend hoch dosierte, standardisierte oder normierte Pflanzen-Extrakte zum Einsatz.

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Pflanzenextrakte

Unter einem Extrakt versteht man die mit Hilfe eines Lösungsmittels (Extraktionsmittels) gewonnenen Inhaltsstoffe einer Pflanze.
Aus ein und derselben Heilpflanze können völlig unterschiedliche Extrakte gewonnen werden, je nachdem, welches Lösungsmittel (beispielsweise Wasser, Alkohol oder Aceton) und welcher Pflanzenteil genutzt wird. Wurzeln können z.B. gänzlich andere Inhaltstoffe aufweisen als Blätter.
Je nach Trocknungsgrad wird unterschieden zwischen dem rohen ,,Fluidextrakt", dem teilweise eingetrockneten ,,Spissumextrakt" und dem ,,Trockenextrakt".
In bestimmten Fällen kann der Rohextrakt durch moderne Verfahren mit den heilkräftigen Wirkstoffen angereichert oder von einzelnen, unerwünschten Inhaltstoffen befreit werden (sog. ,,Spezialextrakt").
Standardisierter Herstellungsproze? :
Das Ziel ist eine optimale pharmazeutische Qualität. Damit in jeder Arzneiform (Tablette, Kapsel u.a.) die gleiche Menge an heilkräftigen Pflanzenstoffen enthalten ist (Standardisierung), muß der gesamte Herstellungsprozeß ständig überwacht werden. Nur so ist eine gleichbleibende Wirkqualität zu gewährleisten.
Schon bei der Qualität der zum Einsatz kommenden Arzneipflanzen sollten strenge Bestimmungen eingehalten werden. Verwendung von einheitlichem Saatgut, optimierte Anbaubedingungen und Erntezeiten beispielsweise lassen sich am besten in großen, kontrolliert angebauten Pflanzenkulturen sicherstellen.

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Heilpflanzenforschung

Das Wissen über Qualität und Wirksamkeit pflanzlicher Arzneimittel erfordert eine intensive und systematische Heilpflanzenforschung.
Neue Erkenntnisse auf dem Gebiet des Arzneipflanzenanbaus (Züchtung von Hochleistungsrassen) sind hier ebenso wichtig wie die Erforschung pflanzlicher Inhaltsstoffe (genaue Kenntnis von Wirk- und Begleitstoffen) oder die Suche nach neuen, bisher unbekannten Heilpflanzen (z.B. aus anderen Kulturen oder Therapiesystemen). Wirksamkeitsnachweise im Rahmen klinischer Studien haben letztlich dazu geführt, dass viele Phytopharmaka heute zu Recht eine beachtliche Bedeutung in der modernen medikamentösen Therapie gefunden haben.
Die sorgfältig ausgesuchten Fertigarzneimittel, die wir Ihnen im Apothekergarten als Beispiele für qualitativ hochwertige Phytopharmaka vorstellen, werden von Unternehmen hergestellt, die seit vielen Jahren eine aufwendige Forschung betreiben und das Wissen ?ber Arzneipflanzen um wertvolle Erkenntnisse bereichert haben.
Wir haben uns bemüht, möglichst viele für pflanzliche Arzneimittel klassische Anwendungsgebiete abzudecken.

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Artischocke, Cyriara scolymus

Schon in der Antike waren die heilsamen Eigenschaften der Artischockenpflanze bekannt: Die Blätter und Wurzeln wurden zur Behandlung von Verdauungsstörungen, rheumatischen Beschwerden und zur Harnsteigerung eingesetzt.
Ursprünglich stammte die wärmeliebende Artischocke aus dem nördlichen Afrika und breitete sich von dort im gesamten Mittelmeer aus. Bei Griechen und Römern war sie gleichermaßen beliebt. Deren berühmtesten Ärzte priesen ihre heilkräftige Wirkung.
Die systematisch-wissenschaftliche Untersuchung der Artischocke begann erst in diesem Jahrhundert: Die seither gefundenen Forschungsergebnisse übertrafen alle Erwartungen. Für den Extrakt aus den großen Grundblättern wurden bisher leberschätzende, galletreibende, verdauungsfördernde, cholesterinsenkende und harntreibende Wirkungen nachgewiesen. Heute gehört auch in Deutschland die Therapie mit Artischockenextrakt zum festen Bestandteil der Naturheilkunde.
Für medizinische Zwecke benötigt man einen hochwertigen Gesamtextrakt aus den Grundblättern.

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Echter Baldrian, Valeriana officinalis


Der echte Baldrian ist wohl der bekannteste Vertreter einheimischer Heilpflanzen zur Behandlung von nervösen Unruhezuständen und Einschlafstörungen. Schon in den mythologischen Vorstellungen der nordischen Völker wurde Baldrian als stark aromatisch riechende Pflanze zum Schutz vor bösen Geistern über die Tür gehängt. Der intensive Geruch entwickelt sich erst nach einer gewissen Lagerzeit. Übrigens scheinen sich Katzen nicht daran zu stören. Ganz im Gegenteil, sie werden davon angezogen. Eine genaue Erklärung hierfür gibt es bisher nicht. Ein volkstümlicher Name für den Baldrian jedoch ist eindeutig: "Katzenwurzel".
Auf die nervenberuhigende Wirkung des Baldrians wurde man erst gegen Anfang des 17. Jahrhunderts aufmerksam. Die hierfür verantwortlichen Inhaltsstoffe sind bis heute nicht genau bekannt. Wegen seiner gleichzeitig krampflösenden Eigenschaften wird Baldrian auch bei krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich verwendet. Eine Kombination mit anderen pflanzlichen Sedativa wie Melisse, Passionsblume oder Hopfen, erscheint sinnvoll. Bei nervös bedingten Herzbeschwerden wird die gleichzeitige Gabe von Weißdorn empfohlen.

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Gelber Enzian, Gentiana lutea

Der gelbe Enzian wächst vorwiegend auf Wiesen der h?heren Gebirge. Die unter strengem Naturschutz stehende, prächtige Pflanze kann bis zu 50 Jahre alt werden. Ihre zu Heilzwecken verwendete Wurzel wird nicht selten mehrere Kilogramm schwer.
Den Aussagen Dioskorides zufolge soll der Illyrerkönig Gentius als erster ihre heilsamen Eigenschaften bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden erkannt haben. Ihm zu Ehren erhielt diese altbewährte Heilpflanze ihren lateinisch-wissenschaftlichen Namen. Das bekannte Sprichwort ,,Was bitter dem Mund, ist dem Magen gesund" findet im Enzian seine Best?tigung.
Die in der Droge bis zu 2% enthaltenen Bitterstoffe wirken anregend auf den Fluß von Speichel- und Magensaft, verbessern die Magen-Darm-Bewegungen und fördern so auf natürliche Weise eine bessere Verdauung der Speisen. Vor allem jenen ist geholfen, die nicht genügend Magensaft produzieren und dadurch unter Beschwerden, wie ,,Magendruck", Völlegefühl, Blähungen und Aufstoßen, leiden. Häufig sind dies ältere Patienten.
Bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren dürfen enzianhaltige Zubereitungen allerdings nicht eingenommen werden.
Seit jeher wird aus den Wurzeln auch der von Kennern geschätzte, als Magenheilmittel viel gepriesene Enzianschnaps gewonnen.

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Ginkgo biloba

Der alt ehrw?ürdige Ginkgo könnte getrost als ,,Urvater" all unserer Heilpflanzen bezeichnet werden; Botaniker beschreiben ihn ob seiner Jahrmillionen währenden Stammesgeschichte gar als ,,lebendes Fossil". Die Ursprünge lassen sich in der Tat über 250 Millionen Jahre zurückverfolgen, bis in eine Zeit also, in der noch die Dinosaurier über die Erde herrschten. Allen Erdkatastrophen zum Trotz überlebte der Ginkgo in entlegenen Bergwäldern im Osten und Westen Chinas. Heute ist er seines attraktiven äußeren und nicht zuletzt seiner Widerstandsfähigkeit wegen ein überall beliebter Zierbaum.
Dr. med. Willmar Schwabe (1907 - 1983), nicht nur Arzt, sondern auch Apotheker und Botaniker, war es, dem wir die Einführung der heilkräftigen Wirkstoffe des Ginkgo-Blattes in unsere moderne Medizin zu verdanken haben.
Die Wirksamkeit moderner, standardisierter Extrakte aus Ginkgoblättern gilt heute bei ausreichend hoher Dosierung als gesichert. In einer großen Anzahl klinischer Studien konnte eine Förderung der zentralen und peripheren Durchblutung nachgewiesen werden. Außerdem wurde ein hirnzellschützender Effekt festgestellt.

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Gemeiner Hopfen, Humulus lupulus

Beim Gemeinen Hopfen handelt es sich um ein 3 bis 6 Meter Länge erreichendes Schlinggewächs. Der Namensteil ,,lupulus" (Latein= Wolf) deutet bereits auf seine Eigenschaft hin ! In bestimmten Gegenden Süddeutschlands wird Hopfen in großem Maßstab angebaut und prägt dort das Erscheinungbild ganzer Landschaften. Doch dient er hier nicht nur medizinischen Zwecken ... " Hopfen und Malz Gott erhalt's ". Für die hohe Kunst des Bierbrauens ist Hopfen unverzichtbar: Das Bier gewinnt sein angenehmes Aroma und den charaktenstischen Geschmack. Außerdem soll es durch schwach antimikrobiell wirkende Inhaltsstoffe des Hopfens haltbarer gemacht werden.
Um die sedierende (beruhigende) und schlaffördernde Wirkung der Hopfenzapfen wußten schon die Ärzte des Mittelalters. Eine genaue Kenntnis der hierfür verantwortlichen Inhaltsstoffe ist uns auch die moderne Wissenschaft noch schuldig geblieben.

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Johanniskraut, Hypericum perforatum

Das Johanniskraut, auch Töpfel-Hartheu genannt, ist eine in ganz Europa verbreitete Arzneipflanze, deren Verehrung bis zu den frühen Anfängen des Christentums zurückreicht. Am 24. Juni, dem Geburtstag Johannis des Täufers, steht sie in voller Blüte. Ihm haben die Christen diese Pflanze geweiht.
Andere volkstümliche Bezeichnungen wie ,,Hexenkraut" oder ,,Teufelsflucht" lassen auf die mittelalterliche Verwendung schließen. Bei den durchscheinenden ,,Einstichen" auf den Blättern handelt es sich um Ölbehälter. Einer Sage zufolge gibt es eine andere Erklärung: über die Macht des geheiligten Krautes gegen böse Geister erzürnt, soll der Teufel die Blätter zerstochen haben... Schon in einem Kräuterbuch aus dem 17. Jahrhundert wird die Heilwirkung bei Menschen, die vom Dämon der Schwermut befallen waren, beschrieben: "Johanniskraut hilft gegen den Schwindel und gegen die fürchterlichen melancholischen Gedanken".
In den letzten lahrzehnten ist die Wirksamkeit dieser altbekannten Heilpflanze systematisch untersucht worden; und in der Tat, eine stimmungsaufhellende, antriebssteigernde und spannungslösende Wirkung konnte nachgewiesen werden. Anerkannte Anwendungsgebiete sind heute deshalb neben nervöser Unruhe vor allem leichte depressive Verstimmungszustände.

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Echte Kamille, Matricaria recutita

Die Echte Kamille nimmt seit der frühen Antike im Arzneischatz der Volksheilkunde eine Vorrangstellung ein. Kamillenzubereitungen erfuhren auch in dem von Dioscurides verfaäten Werk ,,De materia medica" (1. Jhd. nach Christus) hohe Wertschätzung. Im alten Ägypten wurde die Kamille gar als ,,Blume des Sonnengottes" verehrt.
Die meisten der aus frühen Zeiten überlieferten Anwendungsgebiete besitzen bis heute Gültigkeit. Kamillenblüten sind wie kaum eine andere pflanzliche Arznei mit modernsten Methoden untersucht worden. Die medizinisch anerkannten Verwendungsmöglichkeiten sind vielfältig:
Ihr erfolgreicher Einsatz zur Behandlung von Magen- und Darmerkrankungen ist den entzündungshemmenden und krampflösend-schmerzlindernden Eigenschaften zu verdanken. Aufgrund der zusätzlich antibakteriellen und wundheilungsfördernden Wirkkomponente gelten Kamillezubereitungen -äußerlich oft auch in Form eines Umschlages (verdünntes Konzentrat) oder einer Salbe - als hervorragendes Mittel bei Haut- und Schleimhautentzündungen einschließlich der Mundhöhle und des Zahnfleisches.
Gut untersucht ist auch die heilende Wirkung bei entzündlichen Erkrankungen und Reizzuständen der Luftwege. Hier haben sich neben Gurgellösungen vor allem Inhalationen bewährt.

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Kava-Kava, Piper methysticum

,,Die körperlich erschöpften und nervlich gereizten Menschen finden bald Ruhe und Entspannung, innere Harmonisierung und Ausgeglichenheit bei gleichzeitiger seelischer Störkung". Dies waren die Worte des deutschen Naturforschers Johann Georg Forster. Er begleitete den englischen Seefahrer James Cook auf seiner zweiten Weltumseglung von 1772 bis 1775. Seine Worte beschreiben die Wirkungen des aus dem Wurzelstock gewonnenen Kava-Kava-Trankes auf die Ureinwohner verschiedener Inselgruppen in der Südsee. Im Königreich Tonga, dem Kava-Zentrum der Südsee, ist es auch heute noch kaum denkbar, politische Versammlungen, Feiern oder gar öffentlich religiöse Rituale ohne eine begleitende Kava-Zeremonie als Zeichen von Freundschaft und Respekt zu gestalten.
Nach Erkenntnissen jahrzehntelanger Forschung finden heute Kava-Extrakte Verwendung in der Behandlung von nervösen Angst-, Spannungs- und Unruhezuständen. Wie andere beruhigend wirkende Zubereitungen aus Arzneipflanzen zeichnen sich auch Kava-Extrakte dadurch aus, dass sie nicht zu Abhängigkeit oder Gewöhnug führen, auch wenn sie über längere Zeit hin eingenommen werden.

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Knoblauch, Allium sativum

Die Knoblauchpflanze wird etwa 30 bis 100 cm hoch und blüht bis zum August. Sie gehört zur großen Gruppe der Liliengew?chse. Nahe Verwandte sind die Hauszwiebel (Alilum cepa) und der Bärlauch (Älilum ursinum).
Medizinische Nutzung finden die Sproßzwiebeln, die im Gegensatz zur Küchenzwiebel aus mehreren Teilzwiebeln (,,Zehen") zusammengesetzt sind. Ihre Wirksamkeit zur Senkung erhöhter Blutfettwerte und zur Vorbeugung altersb-dingter Gefäßwandveränderungen konnte im Zuge intensiver Forschung bestätigt werden.
Neben der bekannten cholesterinsenkenden Wirkung wurden auch blutdrucksenkende, gefäßerweiternde und vor allem die ,,Fließfähigkeit" des Blutes verbessernde Eigenschaften nachgewiesen. Herz und Kreislauf werden so entlastet.
Die Menge an aufgenommenen Knoblauch-Inhaltsstoffen muß allerdings ausreichend hoch sein, damit diese ihre gesundheitsfördernden Wirkungen entfalten können. Die Herstellung qualitativ hochwertiger Präparate muß sehr schonend erfolgen, da die Wirkstoffe, allen voran das Alliin, sehr empfindlich sind.

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Melisse, Melissa officinalis

Seit mehr als 2000 Jahren hat die Melisse einen festen Platz in der pflanzlichen Heilkunde. Plinius (23 - 79 n. Chr.) beschrieb sie in seiner ,,Naturalis historia" als geeignetes Mittel gegen ,,Hysterie". Sichtlich beeindruckt zeigten sich auch zahlreiche Kräuterbuchautoren des Mittelalters. Paracelsus (1493 - 1541 nach Chr.) schien der Melisse ein besonderes Maß an Wertschätzung entgegenzubringen:
,,Melisse ist von allen Dingen, die die Erde hervorbringt, das beste Kräutlein für das Herz".
In der heutigen Zeit sind nervöse Unruhezustünde und Einschlafstörungen anerkannte Anwendungsgebiete der Melisse, wenngleich man die verantwortlichen Wirkstoffe nicht genau kennt. Auch bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden ist die Melisse ein altbewährtes Naturheilmittel. Hier macht man sich neben den entkrampfenden auch ihre antibakteriellen Eigenschaften zunutze.
Die Wirksamkeit von Melissenextrakt in Form einer Creme gegen Lippen-Bläschen ist ebenfalls medizinisch gut untersucht und anerkannt. Frühzeitig angewendet, lassen die lästigen Beschwerden rasch nach, die weitere Infektion von gesunden Zellen mit Herpes-Viren wird unterbrochen, und vorhandene Herpesbläschen heilen meist rasch ab.

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Nachtkerze, Oenothera biennis

Die Nachtkerze war, schon lange bevor sie Aufmerksamkeit in der modernen Wissenschaft erregte, fester Bestandteil des Arzneischatzes nordamerikanischer Indianer. Sie stand dort als ,,Geheimmittel für Kraft, Vitalität und Gesundheit" in hohem Ansehen.
Erst vor etwa 200 Jahren gelangte die Nachtkerze nach Europa. Das aus ihren Samen gewonnene fette Öl weist einen bemerkenswert hohen Gehalt der im Pflanzenreich sehr seltenen Gamma-Linolensäure auf.
Bei der Behandlung der Neurodermitis konnten mit der Einnahme von Nachtkerzensamenöl Erfolge erzielt werden. Man nimmt an, dass die typischen Symptome, wie Schuppung, Rötung und Juckreiz bei Neurodermitis-Patienten auf einen Mangel an eben dieser Fettsäure zurückzuführen sind. Der Gamma-Linolens?ure kommt als Ausgangspunkt lebenswichtiger Bausteine im menschlichen Stoffwechselgeschehen eine sehr große Bedeutung zu. Sie sollte deshalb als Nahrungsbestandteil in ausreichend großer Menge aufgenommen werden. Dies gilt nicht nur für Menschen, die unter Neurodermitis leiden !. So sollen z.B. auch die körperlichen und psychischen Beschwerden des ,,prämenstruellen Syndroms" (Beschwerden vor der Regel) recht gut auf eine Behandlung mit Nachtkerzenöl ansprechen.

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Roßkastanie, Aesculus hipppocastanum

Die Roßkastanie ein bis zu 25 Meter hoher, stattlicher Baum, gelangte erst Mitte des 15. Jahrhunderts aus Asien zu uns nach Mittel- und Westeuropa. Ihre rot-braun glänzenden Samen erfahren in der Medizin eine große Wertschätzung und sind seit vielen Jahren Gegenstand konzentrierter wissenschaftlicher Forschung. Ein französischer Arzt soll sie 1898 erstmalig mit Erfolg bei Krampfadern und Hämorrhoiden eingesetzt haben.
Heute weiß man, dass ein komplexes Gemisch aus sog. Triterpenglycosiden insbesondere Aescin für die heilsame Wirkung verantwortlich ist. Schonend gewonnene Roßkastaniensamen-Extrakte wirken entzündungswidrig, abschwellend und fördern durch ,,venentonisierende" Eigenschaften den Rücktransport des Blutes hin zum Herzen.
Sie werden deshalb auch innerlich in Form von Tabletten oder Kapseln -bevorzugt zur Behandlung von ,,Venenleiden" eingesetzt. Äußerlich findet das aus den Samen isolierte reine Aescin - in Form von Salben und Gelen - Anwendung. Es wird eingesetzt bei der Behandlung von Prellungen, Verstauchungen und Blutergüssen. Hier gilt eine Kombination mit Heparin als sinnvoll.

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Sägepalme, Sabal serrulata

Die bis zu drei Meter hohe Sägepalme ist im sonnigen Florida beheimatet. Aus den beerenartigen Früchten wird ein Extrakt gewonnen, dessen günstige Wirkungen bei der Behandlung von Blasenentleerungsstörungen (Dysurie) medizinisch genutzt werden.
Blasenentleerungsstörungen äußern sich oft in starkem, häufigem Harndrang, dabei aber meist nur tropfenweisem Wasserlassen. Besonders der nächtliche Drang zum Harnlassen wird von den Betroffenen als quälend empfinden. Die Beschwerden ähneln zwar denen einer akuten Blasenentzündung, aber der Harn ist bei der ärztlichen Untersuchung ohne krankhaften Befund. Der Fachmann spricht in diesem Zusammenhang von ,,funktionellen Blasenstörungen", einem recht komplexen Problem, das erfahrungsgemäß schwierig zu beeinflussen ist.
Beachten Sie jedoch bitte die Grenzen der Selbstbehandlung. Gerade bei Blasen- und Nierenleiden ist die Gefahr groß, dass ernsthafte Störungen übersehen werden. Sprechen Sie lieber vorher mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber !

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Sonnenhut, Echinacea purpurea, Echinacea angustifolia

Der rote und der schmalblättrige Sonnenhut, zwei nah verwandte Arten, stammen ursprünglich beide aus Nordamerika. Längst aber werden sie wegen ihrer prächtigen, leuchtend roten Blüten auch gerne in unseren Gärten kultiviert. Im Arzneistamm der Indianer zählen sie zu den wichtigsten Heilpflanzen; die mündlichen überlieferungen durch Medizinmänner der unterschiedlichsten Stämme weisen auf zahlreiche Anwendungsgebiete hin.
Viele der volksmedizinisch beanspruchten Anwendungsgebiete fanden in modernen wissenschaftlichen Untersuchungen ihre Bestätigung. Die Verwendung zur Vorbeugung und zur unterstützenden Behandlung von Infekten der Atemwege ist wegen der nachgewiesenen Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte aus heutiger Sicht medizinisch anerkannt. Rechtzeitig angewandt, werden Schnupfen, Halsentzündung und Husten häufig ,,im Keime erstickt", oder sie verlaufen zumindest milder und klingen rascher ab.
äußerlich gelten Sonnenhut-Zubereitungen als gut wirksames Mittel zur Behandlung schlecht heilender, oberflächlicher Wunden. Auch eine Wirkung gegen Viren konnte festgestellt werden. Eine Kombination mit anderen die Abwehrkräfte steigernden Drogen, wie Wildem Indigo oder Lebensbaum, ist sinnvoll, da jede dieser Pflanzen ihren eigenen Teil zur Gesamtwirkung auf das Immunsystem beisteuern kann.

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Spitzwegerich, Plantaginis lanceolata

Der Spitzwegerich gilt als hervorragende Arzneipflanze zur Linderung von Entzündungen und Infektionen im Mund- und Rachenbereich, bei gereizten Atemwegen und damit einhergehenden Hustenbeschwerden. Ursprünglich war das Vorkommen dieser sehr anspruchslosen Pflanze auf den europäisch-asiatischen Raum beschränkt. Sie fand aber nach der Entdeckung Amerikas mit der Einwanderung europäischer Siedler durch verunreinigtes Saatgut rasch auch Verbreitung in Nordamerika. Treffend werden die typischen Blattrosetten der Wegerichgewächse dort von den Indianern ,,Fußtritt des weißen Mannes" genannt.
In der europäischen Volksmedizin als wichtiges Heilkraut hochgeschätzt, nutzte man den Spitzwegerich traditionell bei der Behandlung unterschiedlichster Erkrankungen.
Die moderne Medizin bestätigt die heilkräftige Wirkung bei Katarrhen der Atemwege sowie bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Vor allem die Anwendung bei Kindern wird empfohlen. Die am besten geeignete Verordnungsform stellt der Sirup dar.
äußerlich ist Spitzwegerichkraut ein altbewährtes Mittel gegen leicht entzündliche Hauterkrankungen und Insektenstiche. Probieren Sie es doch einmal selbst zu Hause aus. Die frischen, zerriebenen Blätter sollten möglichst sofort nach einem Stich aufgetragen werden.

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Echter Thymian, Thymus vulgaris

Der ?ber ganz Europa verbreitete Echte Thymian ist ein ästiger Halbstrauch, dessen aufrechte oder liegende Stengel mit zunehmendem Alter verholzen.
Thymian ist eine Arzneipflanze mit langer Tradition. Bei den Griechen verehrte man ihn als Pflanze der Götter.
Im Mittelalter wurde Thymian als wundheilendes und harntreibendes Mittel angewandt. Darüber hinaus galt er als wirksame Arznei zur Stärkung von Leber, Milz und Magen. Vor allem aber bei Erkrankungen der Atemwege nutzte man die heilsamen Kräfte thymianhaltiger Arzneitees. Dem ist auch heute noch so. Thymiankraut gilt modernen Untersuchungen zufolge - seiner auswurffördernden Eigenschaften wegen als äußerst empfehlenswert bei Bronchitis und festsitzendem Husten. Die gleichzeitige krampfstillende Wirkung macht es zu einem wertvollen Mittel gegen Krampf- und Keuchhusten.
Das ätherische Öl des Thymians wirkt stark keimtötend. Es wird deshalb häufig Mund-, Gurgel- und Rasierwässern als Desinfiziens zugesetzt.

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Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa

Die bis zu zwei Meter große Traubensilberkerze ist in den Wäldern des östlichen Nordamerika beheimatet. Die derben, lederartigen Fruchtkapseln halten sich im Winter an den Stengeln. Wohl wegen des rasselnden Geräusches, das bei Wind entsteht und an eine Klapperschlange erinnert, wird sie auch als ,,Schlangenwurzel" bezeichnet.
Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts fand diese Arzneipflanze in der Frauenheilkunde Erwähnung. Heute ist bekannt, warum: Die hormonähnlichen, pflanzlichen lnhaltsstoffe können schonend den weiblichen Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen. Extrakte aus ihrem Wurzelstock werden deshalb seit vielen Jahren erfolgreich zur Behandlung typischer Beschwerden in den ,,Wechseljahren" eingesetzt. Hitzewallungen , Schweißausbrüche, Nervosität, Stimmungsschwankungen oder auch Schlafstörungen lassen sp&�uml;rbar nach. Der volle Effekt zeigt sich allerdings erst nach einigen Wochen.
Die Therapie solch ,,klimakterischer Beschwerden" mit dem gut verträglichen Extrakt der Traubensilberkerze gilt als eine natürliche Alternative zur Behandlung mit Hormonen.
Der Einsatz entsprechender Präparate sollte zuvor mit einem Arzt abgesprochen werden, denn hinter den Beschwerden könnten sich auch ernsthafte Erkrankungen verbergen.

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Wacholder, Juniperus communis

Bereits im Papyrus Ebers (1650 v. Chr.) und später auch in Catos Werk ,,De Re Rustica" fanden die im Altertum hochgeschätzten Beerenzapfen des Wacholders als wirkbestimmende Grundlage eines harntreibenden Medizinal-Weines Erw?hnung. Auch der bekannte Pfarrer Kneipp empfahl die Einnahme von Wacholderbeeren als harn- und wassertreibendes Mittel.
berichte über angeblich nierenschädigende Wacholderbeer-Zubereitungen konnten in letzter Zeit durch systematische Forschung von Professor Schilcher (Universität Berlin) widerlegt werden. Bei dessen Untersuchung zahlreicher Wacholder-Handelsöle stellte sich heraus, dass in einigen Zubereitungen neben den Beeren auch Nadel- und Holzanteile mitverwendet wurden; diese enthalten in der Tat nierenreizende Stoffe.
Versuche dagegen mit schonend gewonnenem ätherischen Öl der vollreifen Wacholderbeeren ergaben folgendes:
Reine Beerenöle sind frei von solchen nierenreizenden Substanzen. Entsprechende Präparate mit der erforderlichen hohen pharmazeutischen Qualität sind nach Professor Schilcher also nebenwirkungsarm und empfehlen sich als gut wirksame harntreibende Arzneimittel.

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Weißdorn, Crataegus monogyna

Die Wirksamkeit vieler in der Volksmedizin empfohlener herzwirksamer Heilpflanzen ist unsicher und umstritten.
Weißdornblätter mit Blüten bilden hier gewiß eine Ausnahme. Unter Fachleuten gelten sie als hervorragendesMittel zur Behandlung nachlassender Leistungsfähigkeit des Herzens, besonders im Alter.
Weißdorn gilt als typischer Vertreter für die Besonderheit der Phytotherapie. Im Gegensatz zu den einseitigen Wirkungen der chemisch-synthetischen Herzmittel hat der Weißdorn vielseitige Wirkungen: Neben der allgemeinen Förderung der Herzmuskel-Leistung wird auch die Durchblutung der Herzkranzgefäße (Koronarien) deutlich verbessert. Der Herzmuskel erhält so mehr Sauerstoff. Darüber hinaus weisen neuere Untersuchungen auf den Herzrhythmus regulierende Effekte hin.
Neben der nach Kommission E sinnvollen Anwendung als Teezubereitung wird Weißdorn auch häufig in Form angereicherter Extrakte als Kapseln, Tabletten oder als alkohohsche Lösungen vom Arzt verordnet.

Quelle ©Adler-Apotheke-Roedinghausen

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